Dr. med. Peter Wiebelt
Facharzt für Innere Medizin
Homöopathie

Was ist Homöopathie?

Wir freuen uns, dass sie sich für eine homöopathische Behandlung interessieren. Der Begriff Homöopathie stammt aus dem Griechischen homoios=ähnlich, pathos=Leiden.

Das Ähnlichkeitsgesetz ist bereits in Schriften von Hippokrates zu finden. Vor über 200 Jahren hat der Arzt Samuel Hahnemann die moderne Homöopathie begründet, indem er die sogenannte Ähnlichkeitsregel formulierte:
Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt.

Homöopathische Mittel wirken, indem sie eine Reaktion hervorrufen; so wie ein Guss mit kaltem Wasser eine nachfolgende Erwärmung hervorruft.

Wobei kann Homöopathie helfen?

Homöopathie ist einsetzbar bei allen Krankheiten, die keiner chirurgischen oder intensivmedizinischen Behandlung bedürfen. Ein sorgfältig ausgewähltes homöopathisches Arzneimittel heilt schnell, sanft, sicher, ohne gravierende Nebenwirkungen und dauerhaft auch schwere akute und chronische Erkrankungen wie Migräne, Neurodermitis, Asthma bronchiale, Colitis, rheumatische Erkrankungen u. v. a., für die sonst nur Linderung, aber keine Heilung möglich ist. Dies gilt auch für akute Krankheiten bakterieller oder viraler Natur. Solange der Organismus zu einer Reaktion auf die Arznei fähig ist, kann ein homöopathisches Mittel heilen!

Wie wirkt ein homöopathisches Arzneimittel?

Man kann sich die Wirkung von homöopathischen Heilmitteln vorstellen, als käme der Person eine Nachricht zu, die sie befähigt, ihre Selbstheilungskräfte optimal einzusetzen. Jeder Mensch hat „seine“ Krankheit und braucht folglich auch „sein“ Heilmittel! D. h. nicht nur die Krankheit wird behandelt, sondern der ganze Mensch. Es gibt immer nur eine Substanz zur Zeit, die genau auf das aktuelle Beschwerdebild passt. Das Arzneimittel muss – aufgrund der Gesamtheit der Symptome – individuell passend für den einzelnen Patienten gewählt werden. Bei der Beurteilung der Reaktion auf das Mittel müssen sowohl körperliche als auch Geistes- und Gemütssymptome erfasst und entsprechend beurteilt werden. Nach der Einnahme können alte, derzeit verborgene Krankheitszeichen kurz wieder aufflackern. Die Erstreaktion deutet darauf hin, dass der Organismus den Heilungsprozess eingeleitet hat.

Was sind homöopathische Arzneimittel?

Natursubstanzen sind nur Arzneien, wenn sie die Kraft besitzen, das menschliche Befinden zu ändern. Diese Kraft kann nur durch einen entsprechenden Versuch bestimmt werden. Die Erforschung der Wirksamkeit homöopathischer Mittel erfolgt am gesunden Menschen durch die Arzneimittelprüfung (in der Regel an homöopathischen Ärztinnen und Ärzten).

Ausgangsstoffe für die Herstellung homöopathischer Heilmittel sind zu ca. 80% pflanzliche Substanzen, zu 15% mineralischen und zu 5% tierischen Ursprungs. Durch das spezielle Herstellungsverfahren (Potenzierung, Verreibung oder Verschüttelung) kann die Arznei in geringsten Substanzmengen eingesetzt werden. Anhaltende gravierende Nebenwirkungen sind dadurch praktisch unmöglich. Die üblichste Form der Mittel sind die Globuli, auf Rohrzuckerbasis, die mit der Arznei benetzt werden. Auch andere Darreichungsformen sind erhältlich, wie z. B. Tabletten auf Milchzuckerbasis und Tropfen. Flüssige Arzneizubereitungen sind für Alkoholiker nicht geeignet.

Was bedeuten die Buchstaben und Zahlen nach dem Namen des Heilmittels?

Bei den D-Potenzen wird das Mittel im Verhältnis 1:10 mit einer Trägersubstanz, Alkohol oder Milchzucker, verschüttelt oder verrieben. Die Zahl gibt die Verdünnungsstufen wieder. C-Potenzen werden im Verhältnis 1:100, und LM- oder Q-Potenzen im Verhältnis 1:50 000 potenziert. Der Potenzierungsgrad sagt etwas aus über die Kraft des Heilmittels, eine Veränderung zu bewirken. Ausschlaggebend für den Erfolg der Behandlung ist in erster Linie die Gabe des passenden Mittels, nicht die gewählte Potenz. Homöopathische Arzneimittel sollen (wie andere Arzneimittel auch) vor Nässe, großen Temperaturschwankungen, direkter Sonnenbestrahlung und anderen Energiequellen geschützt aufbewahrt werden. Bei der Flugabfertigung ist es sicherer, die homöopathischen Heilmittel nicht im Gepäck über das Band laufen zu lassen.

Wie arbeitet ein homöopathischer Arzt?

Bei der Behandlung chronischer Erkrankungen wird durch eine ausführliche ein- bis zweistündige Fallaufnahme ein möglichst exaktes Bild des Kranken und der Krankheit in allen Facetten seines körperlich-seelisch-geistigen Seins erstellt. Dieses Bild wird in Ähnlichkeit mit der Wirkung eines homöopathisch geprüften Arzneimittels gesetzt. Eine homöopathische Verschreibung muss sich also nicht immer auf die spezifische Symptomatik eines individuellen Patienten beziehen. Eine Verschreibung nur aufgrund von Diagnosen oder die Verabreichung homöopathisch ungeprüfter Substanzgemische entspricht nicht der Arbeitsweise homöopathischer Ärzte. Die Bezeichnung „homöopathischer Arzt“ ist geschützt und kann nur durch eine entsprechende Ausbildung erworben werden. Die jeweiligen nationalen Ärztegesellschaften (DZVhÄ, ÖGHM, SVHA) organisieren und kontrollieren die Ausbildung und bürgen für eine entsprechende Qualifikation.

Selbstbehandlung

Die Selbstbehandlung mit homöopathischen Arzneimitteln erfreut sich einer großen Beliebtheit. Sie ist aber, entgegen der allgemeinen Ansicht, nicht immer harmlos,
da etwa notwendige ärztliche Behandlungen durch ein zu langes Warten verzögert werden können oder aber die laufende Therapie einer chronischen Erkrankung gestört werden kann. Deshalb sollte die Selbstbehandlung auf leichte Erkrankungen beschränkt bleiben und bei einer laufenden homöopathischen Behandlung nur in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Hochpotenzen (ab C30/D30) sind nicht für die Selbstbehandlung geeignet. Eine längerfristige unkontrollierte Einnahme von homöopathischen Mitteln (insbesondere von Hochpotenzen) kann zum Auftreten von entsprechenden Symptomen führen.

Wie nehme ich homöopathische Arzneimittel ein?

Grundsätzlich nimmt man bei höheren Potenzen ab C12/D12 zunächst einmal eine Gabe, also ca. zwei Globuli, und lässt diese unter der Zunge zergehen. Gleichzeitig und unmittelbar danach sollte der Patient nichts essen, trinken oder rauchen. Wiederholt wird das Mittel frühestens dann, wenn die Reaktion auf die erste Gabe nachlässt. In akuten Fällen (aber auch bei der Benutzung niedriger Potenzen) kann eine schnelle Wiederholung des Mittels erforderlich sein. In Akutfällen kann das Mittel zusätzlich auch in Wasser aufgelöst getrunken werden. Das Trinkgefäß soll nur für ein Heilmittel benutzt und dann entsorgt werden, damit nicht der nächste Benutzer eine Minidosis des Mittels unfreiwillig einnimmt.

Bei Tropfen soll das Fläschchen vor der Einnahme einige Male geschüttelt werden, um die Energie des Heilmittels ein wenig zu verstärken. Die Wirkung des Heilmittels setzt in dem Augenblick ein, in dem die Person damit in Berührung kommt. Trotzdem wird meistens nicht sofort eine Änderung des Befindens bemerkt. Bei akuten Zuständen kann schon nach wenigen Minuten Linderung eintreten, bei chronischen Leiden rechnet man mit Tagen. Manchmal nehmen die Beschwerden für einige Stunden bis Tage zu, das nennt man Erstverschlimmerung. Es ist ein Zeichen, dass das Mittel gut gewählt ist, wenn sich anschließend eine deutliche Besserung einstellt.

Beobachtung

Die Wirkungsdauer hängt vom Potenzierungsgrad ab. Je höher die Zahl, desto länger ist die zu erwartende Wirkungsdauer. Es ist zu berücksichtigen, dass jeder Mensch seine individuelle Reaktionsweise hat, die sich zudem noch während der Behandlung ändern kann.

Sie sollten sich wieder bei ihrem Arzt melden
1. wenn es Ihnen nach einer Zeit der Besserung wieder schlechter geht oder
2. noch Beschwerden fortbestehen oder
3. neue Beschwerden über mehrere Tage auftreten.

Sie können die Behandlung unterstützen, wenn Sie sich Veränderungen,
die nach Mitteleinnahme auftreten, notieren. Es ist erstaunlich, wie schnell unangenehme Dinge in Vergessenheit geraten.

Lebensweise

Förderlich ist eine gesunde Ernährung. Eine ungesunde Lebensweise oder auch eine schwierige Lebenssituation können die Behandlung ungünstig beeinflussen. Es gibt Substanzen, die die Wirkung von homöopathischen Heilmitteln herabsetzen oder aufheben können. Dazu gehören Mittel wie Kaffee, Pfefferminz, Eukalyptus und Kampfer z. B. in Zahnpasta, Hustenbalsam und Intimpflegemitteln. Auch Salben mit Zink, Schwefel, Cortison oder Antibiotika sowie viele konventionelle Arzneimittel können die Wirkung beeinträchtigen und den Behandlungserfolg in Frage stellen, ebenso in gewissen Fällen Röntgenuntersuchungen, Kernspintomographie oder Zahnbehandlungen.

Die Antibabypille, andere Hormonbehandlungen und sonstige konventionelle Pharmaka können ein Problem sein, wenn sie einen Teil der Symptomatik verschleiern. Über Impfungen sollten Sie sich eingehend informieren, um Risiken und Nutzen wirklich abwägen zu können. Im Zweifelsfalle ist es am sichersten, mit ihrem homöopathischen Arzt zu sprechen. Insbesondere scharf riechende ätherische Öle wie Kampfer und Menthol können die Wirkung homöopathischer Arzneimittel beeinträchtigen oder gar aufheben. Deswegen ist der Gebrauch herkömmlicher Zahnpasten, die in aller Regel Menthol enthalten, nicht empfehlenswert.

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